Covid 19: Mildern Masken den Verlauf?

Stoffmasken und OP-Masken schützen ihren Träger nicht vollständig vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Einer neuen Theorie zufolge lässt sich auf diese Weise jedoch die Menge an aufgenommenen Viruspartikeln so stark reduzieren, dass es bei einer Ansteckung nur zu einem milden oder sogar symptomlosen Verlauf kommt.

Mund-Nasen-Bedeckungen, die mittlerweile in vielen Bereichen Pflicht sind, schützen den Träger zwar nicht in jedem Fall vor einer Infektion mit SARS-CoV-2. Die Menge an aufgenommenem Virus würde der neuen Theorie zufolge aber so stark reduziert, dass der Betreffende nur leicht an Covid-19 erkranke und anschließend immun sei. Darüber berichten die Infektiologin Professor Dr. Monica Gandhi und der Epidemiologe Professor Dr. George Rutherford, beide von der University of California in San Francisco, in einem Meinungsbeitrag im “New England Journal of Medicine”.

Für ihre Annahme liefern die beiden Wissenschaftler auch einige Belege. So sei in den USA die Rate an symptomlosen Covid-19-Verläufen Schätzungen zufolge nach Einführung der Maskenpflicht von zuvor rund 40 Prozent auf mehr als 80 Prozent gestiegen. Länder, in denen eine Maskenpflicht früher und konsequenter eingeführt worden sei als in den Vereinigten Staaten, seien bislang mit deutlich weniger schweren Covid-19-Fällen durch die Pandemie gekommen – auch nachdem der Lockdown gelockert worden sei. Auf einem Kreuzfahrtschiff, auf dem bei einem SARS-CoV-2-Ausbruch die Passagiere mit OP-Masken und das Personal mit FFP2-Masken versorgt worden seien, habe der Anteil asymptomatisch Infizierter 81 Prozent betragen, während er auf einem anderen Kreuzfahrtschiff ohne Masken lediglich bei 20 Prozent gelegen habe. Nicht zuletzt hätten Experimente mit Hamstern gezeigt, dass die Schwere des Verlaufs von Covid-19 von der Virusmenge abhängt, der die Tiere ausgesetzt sind, und dass diese sich drastisch senken lässt, wenn die Atemluft durch eine OP-Maske gefiltert wird.

Beweise stehen noch aus

Die Forscher räumen zwar ein, dass noch nicht eindeutig erwiesen sei, dass eine niedrige Virusmenge tatsächlich zu Infektionen mit milden Verläufen führt, sie halten das aber für wahrscheinlich. Die von ihnen aufgestellte Hypothese könnte auch eine mögliche Erklärung dafür sein, dass derzeit in einigen Ländern, darunter Deutschland, die Infektionszahlen wieder ansteigen, aber keine Zunahme der Fälle von Covid-19-Patienten in den Kliniken zu beobachten ist.

Eine Studie, die diesen Zusammenhang eindeutig belegt, steht jedoch noch aus. Trotzdem liefert der Meinungsbeitrag noch einen weiteren Grund dafür, in Risikosituationen wie beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske zu tragen.

(Quelle: aponet.de)